Hanne Sommer oder die heilige Johanna der Einbauküche

Inhalt

Ihre beiden Kinder sind längst aus dem Haus. Ihre lieblose Ehe gleicht nur noch einem Dienstleistungsverhältnis. Und als Gesprächspartner bleiben Hanne Sommer nur die heimische Küchenwand und Jane, ihre emanzipierte Freundin. Die drückt Hausfrau Hanne eines Tages ein Flugticket in die Hand, weil sie nicht ohne Begleitung nach Griechenland fliegen will. Diese Einladung verändert alles. Hanne steht plötzlich vor die Wahl: Alltagstrott und Langeweile daheim, oder Lebenslust und Lebensglück im fernen Traumland unter der Sonne des Südens?

Wie Hanne Sommer es wagt, ihr Leben auf den Kopf zu stellen, neue Wege zu gehen und ordentlich an Selbstbewusstsein zu gewinnen: Davon erzählt sie in dem als „Shirley Valentine oder Die heilige Johanna der Einbauküche“ bekannt gewordenen Monolog des britischen Autors Willy Russell. Eine kurzweilige Plauderei über Spiegeleier und einen vegetarischen Bluthund, über eine sensationslüsterne Nachbarin, Ehemann Joe und die  Sehnsucht nach einem erfüllten Leben.

Ein Stück, das  nicht nur Frauen Mut macht, ihre Träume zu leben.

Interview mit Annette Mayer

Annette Mayer über  „Hanne Sommer oder Die heilige Johanna der Einbauküche“

 

Warum haben Sie sich für dieses Stück entschieden?

Es ist diese wundervolle Mischung aus geistreichem Humor und menschlicher Tiefe, die mich auf der Suche nach einem für mich passenden Stück überzeugt hat. Ein Theaterabend, der im guten Sinne zu Herzen geht und im besten Sinne unterhält.

 

Würden Sie uns Hanne Sommer kurz vorstellen?

Gerne. Hanne Sommer ist eine Hausfrau in fortgeschrittenen Jahren. Ihre Kinder sind aus dem Haus und ihre Ehe gleicht nur noch einem Dienstleistungsverhältnis. Um sich Sorgen, Nöte und Alltagsfrust von der Seele zu reden, wendet sie sich an einen stummen Ansprechpartner – ihre Küchenwand. Hanne Sommers große Qualität ist es, nicht mit dem Leben zu hadern, sondern alle Erlebnisse und Ereignisse liebe- und humorvoll zu betrachten. Auf ihre Art und Weise geht sie den Dingen auf den Grund und entlarvt so ganz nebenbei menschliche Schwächen, die wir alle in uns tragen.

 

Das erfolgreiche Solostück stammt bereits aus den 1980-Jahren. Wie haben Sie den Text aufgefrischt?

Es war keine Auffrischung nötig. Gutes Theater ist zeitlos und die Thematik nach wie vor aktuell. Viele Frauen halten sich für emanzipiert, ohne es wirklich zu sein. In diesem, mit Leben prall gefüllten Monolog, kann man auch nach Jahren immer wieder Neues für sich entdecken. Anekdoten, Geschichten und Fragen bleiben für immer im Gedächtnis. Hanne Sommer lässt sich nach Abwägung all Ihrer Bedenken und Ängste auf den mutigen Prozess ein, an sich selbst zu wachsen. Was gibt es Spannenderes!

 

Eine starke Rolle über eine starke Frau…

Hanne Sommer ist liebenswert, offen, neugierig, hinterfragend, im positiven Sinne naiv, verzweifelt und mutig, auch wenn sie es nie von sich selber behaupten würde. Sie ist eine starke Frau. Ich freue mich sehr, ihre facettenreiche Persönlichkeit darstellen zu dürfen.

 

Was erwartet die Zuschauer?

Eine Philosophin des Alltags, mit großem Herz und viel Humor, die sich über die Ehe, Sex, Liebe und das Leben an sich ihre Gedanken macht. In ihren Geschichten und Betrachtungen können sich Frauen wie Männer wiederfinden. Eine liebevolle Komödie, die Mut macht, seine Träume zu leben.

 

 

Interview: Brigitte Scholz

Über den Autor

Willy Russel wurde in Whiston bei Liverpool geboren. Er kommt aus einer Arbeiterfamilie und arbeitete als Friseurlehrling. Später betrieb er seinen eigenen Salon, nahm Unterricht an einer Abendschule und begann für das Theater zu schreiben.

Sein erster Erfolg war ein Stück über die Beatles. Es folgten „Educating Rita“, ein halb-autobiografisches Stück über eine Friseurin, die ein Universitätsstudium anstrebt, sowie das Musical „Blood Brothers“, für das er auch die Musik komponierte.

Andere Stücke Russells sind „Breezeblock Park“ und „Stags und Hens“ („Hirsche und Hennen“), „One fort he Road“ und „Shirley Valentine“, das auch verfilmt wurde.

Für sein Drehbuch „Rita will es endlich wissen“ erhielt er eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bestes adaptiertes Drehbuch, außerdem je eine Nominierung für den Golden Globe Award und British Academy Film Award. Der Film basiert auf seinem Stück „Educating Rita“. Seine Arbeit an dem Drehbuch zu „Shirley Valentine“ brachte ihm einen Evening Standard British Film Award ein. Zuletzt erschien sein Roman „Der Fliegenfänger“. 

 

Quelle: wikipedia

Mit


Annette Mayer

Autor: Willy Russel

Regie: Christine Gnann


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