Lesungen von Jens Wawrczeck

© Uwe Tölle
Jens Wawrczeck

Jens Wawrczeck


© Uwe Tölle

Jens Wawrczeck wurde 1963 am Limfjord in Dänemark geboren und stand bereits als Kind beim NDR in Hamburg in Astrid Lindgrens „Die Brüder Löwenherz“ vor dem Mikrofon. An den Hamburger Kammerspielen gab er kurz danach sein Bühnendebüt und blieb seitdem sowohl dem Theater als auch dem Hörspiel treu. Nach seiner Schauspielausbildung in Hamburg, Wien und New York war er in den unterschiedlichsten Rollen zu sehen, für seine Darstellung des Edgar in Shakespeares „König Lear“ unter der Regie von Volker Lechtenbrink wurde er in Bad Hersfeld mit dem Kritiker- und Zuschauerpreis ausgezeichnet. Zuletzt war er in Hamburg in der deutschen Erstaufführung von Leon de Winters „Anne“ zu sehen und wird dort nächstes Jahr die Lady Bracknell in Anatol Preisslers Inszenierung von Oscar Wildes „Bunbury“ spielen. Jens Wawrczeck ist auch ein vielbeschäftigter Hörbuchinterpret, dessen Lesungen regelmäßig auf der HR-Bestenliste erscheinen. Unter seinem eigenem Hörbuchlabel Edition Audoba veröffentlicht er vergessene literarische Kostbarkeiten wie James Baldwins „Giovannis Zimmer“ oder Arthur Bernèdes „Belphégor, das Phantom des Louvre“. Im November 2015 startet er mit „Eine Dame verschwindet“ eine neue Reihe mit Lesungen der literarischen Vorlagen zu Alfred Hitchcocks Filmklassikern. Bereits seit 1979 ist Jens Wawrczeck einem großen Publikum als Teil des Kult-Trios „Die drei ???“ bekannt, der weltweit erfolgreichsten Hörspielserie. 2016 wird er hierfür gemeinsam mit seinen Sprecherkollegen für sein Lebenswerk mit dem Sonderpreis des Deutschen Hörbuchpreises ausgezeichnet. Ebenfalls 2016 wird sein erstes Gesangsalbum „Lost In Filmsongs“ erscheinen, auf dem er vergessene Filmsongs neu interpretieren wird. Insgesamt lebt der Schauspieler gern nach dem Motto eines seiner Lieblingsautoren, Marcel Aymé: „Das größte Vergnügen im Leben besteht darin, Dinge zu tun, die man nach Meinung anderer Leute gar nicht fertig bringt.“


Arthur Bernède

Belphégor oder das Phantom des Louvre

Ein Phantom spukt nachts durch die Göttersäle des Louvre und versetzt die Bewohner von Paris in Angst und Schrecken. Der Journalist Jacques Bellegarde versucht herauszufinden, wer oder was sich hinter der mysteriösen Erscheinung verbirgt. Auf einer wahnwitzigen Jagd durch das Paris der 20er Jahre wird er schließlich selbst beschuldigt, das Phantom zu sein und begegnet einer Reihe von undurchsichtigen und skurrilen Charakteren. „Bélphégor“ war der grösste Erfolg seines Verfassers Arthur Bernède (1871-1937). Allein in Frankreich lockte die Fernsehverfilmung mit Juliette Gréco in den 60er Jahren rund zehn Millionen Zuschauer (darunter auch Charles de Gaulle) vor den Fernseher und auch bei uns war die Serie ein Straßenfeger. Dank Jens Wawrczeck gibt es endlich ein Wiedersehen (und -hören). Unterstützt wird er bei der Präsentation dieser schaurig-schönen Delikatesse von der Harfenistin Maria Todtenhaupt.

Termin: auf Anfrage
Dauer: ca. 1 Std. 50 Min. (inkl. Pause)

Ethel Lina White

Eine Dame verschwindet

Die junge Iris steigt nach einem Balkanurlaub in den Zug, um ins heimische England zurückzukehren. Die Fahrt wird zum Horrortrip. Ihre Reisebekanntschaft, eine freundliche alte Jungfer, ist plötzlich spurlos verschwunden und keiner der Passagiere – eine furchteinflössende Baroness, ein dubioser Arzt, eine falsche Nonne – will sie gesehen haben. Während der Zug stoisch weiterrattert, muss Iris entsetzt feststellen, dass hinter Miss Froys Verschwinden ein teuflischer Plan steckt. Wird es ihr gelingen, Miss Froy zu retten? Steigen Sie ein und lassen Sie sich überraschen! Der elegante Krimispaß „Eine Dame verschwindet“ entstammt der Feder von Ethel Lina White (1876-1944), der großen Lady of Crime. Sie inspirierte mit ihrem Roman keinen Geringeren als Alfred Hitchcok zu einem seiner Meisterwerke.

Musikalische Zugbegleiterin auf der Reise durch den Balkan: Die Akkordeonistin Natalie Böttcher.

Termin: auf Anfrage
Dauer: ca. 1 Std. 50 Min. (inkl. Pause)

James Baldwin

Giovannis Zimmer

Ein junger Amerikaner reist nach Frankreich – auf der Suche nach sich selbst. Was er findet, ist eine ungeheuerliche Leidenschaft und eine verbotene Liebe. Im vibrierenden Paris der 50er Jahre verfällt David der Anziehungskraft des italienischen Barkeepers Giovanni. Als James Baldwin (1924-1984), die Stimme der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung, als homosexueller Schwarzer 1956 „Giovannis Zimmer“ veröffentlichte, war die Sensation vorprogrammiert. Auch heute noch zählt das Werk zu den großen Liebesromanen des 20. Jahrhunderts. Siegfried Lenz nannte das Buch „ergreifend“ und „erschütternd“ und Jens Wawrczeck beweist, dass es auch fünfzig Jahre später nichts von seiner Faszination und Kraft verloren hat.

Begleitet wird Jens Wawrczeck von Tilman Ehrhorn, der mit seinem Saxophon den fiebrig coolen Sound des jazzvibrierenden Paris der 50er Jahre heraufbeschwört.

Termin: auf Anfrage
Dauer: ca. 1 Std. 50 Min. (inkl. Pause)

Marcel Aymé

Der Mann, der durch die Wand gehen konnte

Bizarr und poetisch sind die Geschichten von Marcel Aymé aus dem Pariser Künstlerviertel Montmartre. Marcel Aymé (1902-1967) konnte auf 43 erfolgreiche Schriftstellerjahre zurückblicken und seine internationale Leserschaft verschlang seine Werke. Die Kritiker verblüffte er regelmässig mit seiner Eigenwilligkeit. Man war sich nicht einig: War er ein Phantast? Ein Surrealist? Ein Realist? Er war alles, und genau das macht seine Kunst aus. Jens Wawrczeck präsentiert zwei seiner schönsten Erzählungen. Definitiv boshaft und garantiert amüsant! In „Der Mann, der durch die Wand gehen konnte“ nutzt ein farbloser Angestellter eine ungewöhnliche Begabung, um eine famose Karriere als Gentlemangangster und Herzensbrecher zu starten. In „Die Lebenskarte“ verteilt die Pariser Regierung eben jene Lebenskarte, um die Lebenszeit gewisser „unnützer“ Personen zu regulieren. Gefährdet sind vor allem Schriftsteller ... Pariserisch auch die musikalische Note: Natalie Böttcher am Akkordeon.

Termin: auf Anfrage
Dauer: ca. 1 Std. 50 Min. (inkl. Pause)

Perrault, Andersen, Wilde, Grimm und O. Henry

Die Schlafende Schöne und andere Melodramen

Wer bei Melodram an schmalzige Schmonzetten denkt, macht hier eine überraschende Erfahrung. Jens Wawrczeck und der Komponist Henrik Albrecht haben eine fast vergessene Kunstform wiederentdeckt: das klassische Melodram. Die äußerst unterhaltsame Verbindung von Literatur und Musik. Aufgeweichte Liebschaften, Feen in High-Tech-Kutschen, blutrünstige Schwiegermütter und listige Sensenmänner! Jens Wawrczeck und Henrik Albrecht entführen Sie in die skurrile und mysteriöse Phantasiewelt von Charles Perrault (Die schlafende Schöne im Walde), Hans Christian Andersen (Das Liebespaar), Oscar Wilde (Der selbstsüchtige Riese), Gebrüder Grimm (Gevatter Tod) und O. Henry (Das letzte Blatt). Ein überaus illustres literarisches Quintett!

Jens Wawrczecks Erzählkunst und die mitreißende, eigens komponierte Musik von Henrik Albrecht (der Künstler begleitet live am Flügel) machen dieses Programm zu einem ganz ungewöhnlichen Abend. Romantisch, absurd, komisch und anrührend.

Termin: auf Anfrage
Dauer: ca. 1 Std. 50 Min. (inkl. Pause)

Roland Topor

Der Mieter

Sind Sie ein freier Mensch? Dürfen Sie tun und lassen, was Sie wollen? Dürfen Sie so sein, wie es Ihrem Wesen entspricht? Natürlich. Aber wie verhalten Sie sich, wenn die Nachbarn anfangen zu klopfen? Zehenspitzen oder jetzt erst recht? Das ist die Frage, die sich auch Monsieur Trelkowsky stellen muss, als er in ein düsteres Pariser Mietshaus zieht. Das marode Appartement ist frei, weil sich seine Bewohnerin aus dem Fenster gestürzt hat. Trelkowsky zieht ein – und der tägliche Horror beginnt. So sehr er sich auch um Ruhe und Ordnung bemüht, es gelingt ihm nicht seine feindseligen Nachbarn zufrieden zu stellen. Und schlimmer noch. Bald keimt ein schrecklicher Verdacht in ihm auf: Will man ihn in seine Vormieterin verwandeln und ebenfalls in den Tod treiben? Roland Topor (1938 – 1997), der Erfinder dieses schwarzhumorigen Thrillers, war das kreative Enfant Terrible Frankreichs. Ein Multitalent mit Lust am Tabubruch und einem ausgeprägten Hang zum Absurden. Roman Polanski verhalf dem „Mieter“ durch seine Verfilmung zu internationalem Ruhm.

Jens Wawrczeck und das furiose Akkordeonspiel von Natalie Böttcher garantieren die nötige Gänsehaut.

Termin: auf Anfrage
Dauer: ca. 1 Std. 50 Min. (inkl. Pause)