Geliebter Lügner

Literarische Liebesgeschichte von Jerome Kilty
© DERDEHMEL/Urbschat
Produktion: Schlosspark Theater Berlin

Ein ganz besonderer Theaterabend. Zwei einzigartige Schauspieler mit über 100 Jahren Bühnenerfahrung!

„Wir beide wollen Ihnen heute eine Liebesgeschichte erzählen, wie sie sich aus dem Briefwechsel ergibt zwischen dem großen Dramatiker Bernard Shaw und der Schauspielerin Beatrice Stella Campbell“, so beginnt der berühmte, längst zum „Klassiker“ gewordene Bühnendialog „Geliebter Lügner“. Ende des 19. Jahrhunderts ist Beatrice Stella Campbell bereits der Star der Londoner Bühnenwelt, als sich der damals 45jährige Dramatiker George Bernard Shaw Hals über Kopf in die junge Schauspielerin verliebt. Er schreibt für sie die Rolle des Blumenmädchens Eliza Doolittle in „Pygmalion“. Beide offenbaren sich in einer Liebeskorrespondenz, die sich über einen Zeitraum von mehr als dreißig Jahren erstreckt. Stella und Joey, wie Shaw von der Schauspielerin genannt wird, liegen einander dauernd selig in den Haaren, reizen einander, verwunden einander, sind bockig, frech, ironisch und albern – und lieben sich doch auf eine merkwürdig bizarre wie eindrucksvolle Weise … „Geliebter Lügner“ („Dear Liar“) basiert auf einer 1952 – zwei Jahre nach Shaws Tod – erschienenen Korrespondenz, die den lebenslangen Kleinkrieg einer ebenso kratzbürstigen wie leidenschaftlichen Zuneigung offenbart. Die Grundlage des Stückes entdeckte der Autor Jerome Kilty, der ein großer Fan von Shaw und von dessen Werken war, nach Campbells Tod 1940 in einer Aufbewahrungskiste für Hüte unter ihrem Bett. In dieser nämlich befanden sich sämtliche Briefe der Korrespondenz zwischen ihr und Shaw, deren Veröffentlichung der Dramatiker ihr zu seinen Lebzeiten verboten hatte. In den USA wurde der von Jerome Kilty für die Bühne dramatisierte Schriftwechsel – nach der Uraufführung 1959 in der US-amerikanischen Provinz – im Jahr 1960 zum Broadway- Erfolg. Für eine Tournee durch Frankreich, Italien, Deutschland und Schweden verkörperten Kilty in der Rolle des Shaw und seine Frau Geliebter Lügner Ein ganz besonderer Theaterabend. Zwei einzigartige Schauspieler mit über 100 Jahren Bühnenerfahrung! Cavada Humphrey als Mrs. Patrick Campbell selbst die beiden Charaktere. Seit der deutschsprachigen Erstaufführung in der Regie von Jerome Kilty im Herbst 1959 in Berlin wurde „Geliebter Lügner“ immer wieder an deutschen Bühnen gespielt. Ein Kritiker schrieb nach der heute schon legendären ersten Aufführung mit Elisabeth Bergner und O. E. Hasse über das Stück: „… ein Duett von höchstem Reiz, ein Erlebnis, wie es das Theater nur selten zu geben vermag“. 1961 gingen Bergner und Hasse mit diesem Stück auf Gastspielreise durch die USA. „Geliebter Lügner“ ist eine Herausforderung für Schauspieler, ein Spiel zweier Charaktere, die einander ähnlich sind und doch überhaupt nicht gleich, die sich umgarnen und dann wieder übertölpeln, die Nähe suchen und doch Distanz zu wahren wissen.

Mit:


© Brigitte Grothum
Brigitte Grothum

Brigitte Grothum


© Brigitte Grothum

Brigitte Grothum wurde 1935 in Dessau geboren und zog im Alter von 15 Jahren nach Berlin.[1] Das Abitur absolvierte sie an der Ricarda-Huch-Schule in Berlin-Charlottenburg und begann danach eine Schauspielausbildung bei Marlise Ludwig und Herma Clement. Anfangs spielte sie hauptsächlich Theater an verschiedenen Berliner Bühnen. Später kehrte sie trotz vieler Engagements in Rundfunk- und Film immer wieder an die Bühne zurück. 1966 und 1967 trat sie bei den Salzburger Festspielen als Hermia in Shakespeares Ein Sommernachtstraum unter der Regie von Leopold Lindtberg auf. 1955 stand sie in Reifende Jugend erstmals vor der Kamera und im Jahr darauf spielte sie die „Marion“ in dem Reiter-Drama Preis der Nationen (Das Mädchen Marion). Bekannt wurde Brigitte Grothum 1961 vor allem durch ihre Hauptrolle in der Edgar Wallace-Verfilmung Die seltsame Gräfin an der Seite von Klaus Kinski, mit dem sie damals auch privat befreundet war. Als weitere Wallace-Adaptionen folgten Das Gasthaus an der Themse und Der Fluch der gelben Schlange.

Im Fernsehen war Grothum in über 100 verschiedenen Produktionen zu sehen. Das zeitlich längste Fernsehengagement erlebte sie als Magda Färber in der TV-Vorabendserie Drei Damen vom Grill, wo sie an der Seite von Brigitte Mira, Günter Pfitzmann und Harald Juhnke spielte. Als Regisseurin inszenierte Grothum 1987 das Mysterienspiel Jedermann von Hugo von Hofmannsthal, das seit dem Fall der Mauer jährlich im Herbst im Berliner Dom aufgeführt wird.[2]

Darüber hinaus war Grothum seit 1957 in der Synchronisation tätig und lieh ihre Stimme prominenten Kolleginnen wie Lee Remick (Sie möchten Giganten sein), Diane Keaton (Der Schläfer), Barbara Eden (Unternehmen Feuergürtel), Virginia Mayo (Maschinenpistolen), Diana Rigg als Emma Peel in Mit Schirm, Charme und Melone[3] oder Debbie Watson als Tammy in der Fernsehserie Tammy, das Mädchen vom Hausboot. In Die Halbstarken synchronisierte sie Karin Baal, da diese zuvor noch nie vor einer Kamera gestanden hatte und auch sonst über keinerlei schauspielerische Erfahrung verfügte.

Neben diversen Filmrollen stand Brigitte Grothum auch mehrfach auf deutschen Theaterbühnen. So zuletzt 2011 und 2012 in Berlin und Hamburg[4] in der sehr erfolgreichen Theaterproduktion von Kalender Girls. Vom 21. Juni bis zum 2. Juli 2012 verkörperte sie von Folge 30 bis 36 Gertrud Mahlbeck in der ZDF-Telenovela Wege zum Glück – Spuren im Sand und war von Folge 69 bis 74 erneut in dieser Rolle zu sehen.

Sie ist die Nichte des deutschen Flugpioniers Hans Grade. Mit dem aus Bayern stammenden Orthopäden Manfred Weigert ist sie seit 44 Jahren in zweiter Ehe[5] verheiratet, das Paar hat zwei Kinder.[6] Sie wohnt in Berlin-Nikolassee.[7] Ihre Tochter Debora Weigert ist auch Schauspielerin.


© Agentur ZAV
Achim Wolff

Achim Wolff


© Agentur ZAV

Der in Berlin geborene Schauspieler absolvierte sein Schauspielstudium an der Hochschule für Film und Fernsehen in Babelsberg. Vom Romeo bis zum Mephisto im „Faust“ spielte Achim Wolff nahezu alle großen klassischen Rollen, ist aber ebenso im Boulevard-Theater zuhause. So verkörperte er in über 1.300 Vorstellungen der „Pension Schöller“ den Philipp Klapproth am Ku’damm Theater. Mit Désirée Nick spielte er im Stück „Ein Mann fürs Grobe“ zum ersten Mal im Schlosspark Theater und zuletzt mit Brigitte Grothum im „Geliebten Lügner“. Er stand für fast 100 Kinofilme und TV-Produktionen vor der Kamera. Besondere Popularität erlangte er durch die Rolle des Rudi Reschke in den „Salto…“- Serien mit Wolfgang Stumph. Alle Jahre wieder sieht man ihn als Weihnachtsmann in der KiKa-Produktion „Beutholomäus“. Auch in zahlreichen TV-Serien war Achim Wolff zu sehen. Seit mehr als 20 Jahren ist Achim Wolff auch als Regisseur tätig.



Regie: Philip Tiedemann
Ausstattung: Stephan von Wedel
Musik: Henrik Kairies
Rechte: Suhrkamp Verlag
Spielzeit: 24.02.2018 - 31.03.2018
Dauer: ca. 2 Std. (inkl. Pause)